| Am Samstag den 31. Oktober 2009 richteten wir, nach einem Jahr der Abstinenz, unsere traditionelle Fuchsjagd aus. Bei dichtem Nebel und kühlen Temperaturen trafen sich Reiter und Zuschauer um ca. 11.00 Uhr zum Stelldichein auf dem Schönborner Reitplatz.
Tobias Münch, der auch dieses Jahr wiederholt als Jagdherr fungierte, begrüßte alle Anwesenden und erläuterte die Regeln der Jagd. So hat das Feld den Anweisungen des Masters und seinen Pikören zu folgen und Jeder seinen Platz einzuhalten, um wildes durcheinander reiten zu verhindern und somit die Jagd sicherer zu machen. Er begrüßte auch die Bläsergruppe der Pferdefreunde Mechernich, die erneut angereist waren, um die Jagd an allen wichtigen Punkten zu begleiten (letztes Jahr besuchten wir die Bläser).
Der Master, Christian Tschoepke, führte zusammen mit Christopher Tuté, der den Fuchs gab, das kleine Feld aus 13 Reitern auf die vorab ausgesuchte Strecke, die vor allem auf der ersten Hälfte viele Sprünge enthielt. Nach einer kleinen Runde außerhalb des Platzes stieß das Feld mit einem Platzeinsprung aus dem Wald über das Gelände des Reitplatzes, auf dem jede Möglichkeit zum Sprung ausgenutzt wurde. Danach ging es raus auf die Strecke. Die Hindernisse wurden meist aus den sich vor Ort anbietenden Materialien angefertigt. So waren Ginsterbüsche zurechtgestutzt, abgestorbene Äste von Obstbäumen verarbeitet, oder Strohballen überbaut.
Gegen 13.45 Uhr war die Mittagsrast angesetzt. Nachdem sich Pferd und Reiter gestärkt hatten, ging es auf die zweite Teilstrecke. Wenige Minuten unterwegs der Schock: Steffi Meinert stürzte mit ihrer Zora bei einem Sprung. Alle Pferde standen sofort und unsere "vereinseigenen" Ärzte, Anne-Marie und Daniela, sprangen ab, um sie zu untersuchen. Als Steffi sich von dem Schreck erholt hatte, konnte sie schon wieder lachen, stieg aufs Pferd und es konnte weiter gehen. Ohne weitere Zwischenfälle (wenn man von dem merkwürdigen Gebilde in einem Acker absieht... ;-) ) folgte dann am Ende der Strecke die Hatz. Diese dient der Ermittlung des neuen Fuchses, der dann bei der nächsten Jagd fast völlige Narrenfreiheit genießt. Dazu wird der Fuchsschwanz an einer Schnur aufgehängt. Das Feld stellt sich außer Sichtweite in einer Reihe auf und der Master gibt "die Jagd frei". Die Zuschauer können den Start nicht sehen, aber sie spüren und hören das Donnern der Hufe, das sich rasant nähert. Isa Tschoepke griff sich mit Schnelligkeit und Geschick die begehrte Trophäe und löste somit Christopher Tuté ab, der zuvor drei Jahre in Folge die Hatz für sich entscheiden konnte.
Am Abend trafen sich alle in der Gemeindehalle Schönborn zum Jagdgericht, bei dem die während der Jagd begangenen Verletzungen der Regeln geahndet wurden. Die sehr überspitzt vorgetragenen Anklagen wurden von der Verteidigung mit der gleichen Menge an Humor versucht zu widerlegen, was zu spaßigen Urteilen führte. So musste beispielsweise eine Angeklagte, die dem Gericht schon einschlägig bekannt war und wiederholt den Master missachtete dazu verurteilt, sich im Kopfstand (mit Helm natürlich) bei diesem im höchsten Maße zu entschuldigen. Zusammen mit den Bläsern ließ man dann den Tag bei Speis', Trank und Gesang ausklingen.
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